Kadelburg und Ettikon
Postleitzahl 79790
Kadelburg 2020 Ettikon 300
Einwohner
Ortsverwaltung
Gemeinde Küssaberg - Bürgermeisteramt
Gemeindezentrum 1
Kadelburg ist der älteste Siedlungsplatz der Gemeinde, Funde sind seit der Steinzeit bezeugt.
Grund für die Bedeutung der Ortschaft seit der Frühzeit war die Verbindung eines nahegelegenen, gut zu befestigenden Platzes (Anhöhe mit Bergkirche) mit einer Fährstelle, die durch die Flussberuhigung im Rückstau des Ettikoner Lauffen möglich war. Dadurch war der Ort Handelszentrum – unterbrochen nur in den beiden Jahrhunderten der Römerzeit, als die Brücke Zurzach zu einem städtischen Zentrum machte (Tenedo) und über den "Brückenkopf" Rheinheim die Heer- und Handelsstraße an Kadelburg vorbei führte.
Nach der Zerstörung der Brücke im 5. Jahrhundert änderte sich dies wieder und im Mittelalter und durch die spätere Zugehörigkeit zu Zurzach (Eidgenossenschaft) und dann auch angeregt durch die Tatsache, dass es seit der Reformation zwei Konfessionen gab, gewann Kadelburg seine Bedeutung zurück und ist bis heute das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum in Küssaberg.
Symbol für diese Bedeutung sind das Kelnhaus als ehemaligem Sitz des Vogts (eine Art frühem ‚Bürgermeister‘) und das große historische Zollhaus. Die Entscheidung, das politische Zentrum bei Rheinheim einzurichten, sorgte im 20. Jahrhundert für einen Ausgleich.
Westlich Kadelburgs schließt sich das Gewerbegebiet von Küssaberg an und führt zu einer Enge, die von dem letzten Ausläufer der Randen-Bergkette, dem Homberg und der Wutachmündung in den Rhein gebildet wird. Dort die Siedlungen Homburg (Stadtteil von Waldshut-Tiengen) und Ettikon, Ursprung ist der Ettikoner Hof beim dortigen Lauffen. Dieser war in alten Zeiten bei Niedrigwasser als Furt überquerbar – einer lokalen, nur mündlichen Überlieferung nach (festgehalten von Emil Müller-Ettikon) soll dort in einer Neujahrsnacht um 110 v. Chr. der germanische Stamm der Kimbern auf seinem Zug nach Italien den Hochrhein überquert haben. Bei Ettikon liegt eine ehemalige Arbeitersiedlung der früheren Lonzawerke bei Waldshut (heute: Gewerbepark Hochrhein).